Fahrtausfälle im Busverkehr der SWEG am 23. Oktober 2026 aufgrund von erneutem Verdi-Warnstreik

Betroffen ist der SWEG-Busverkehr in mehreren Regionen Baden-Württembergs – auch der Schulbusverkehr/ Kein Streikaufruf an den Bus-Standorten Endingen, Emmendingen, Wiesloch und Sinsheim und beim Zugverkehr / SWEG bewertet Streikaufruf als unverhältnismäß

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat für Freitag, 23. Oktober 2026, die Beschäftigten bei der SWEG Bus GmbH zu einem erneuten Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind die Bus-Standorte:

  • Weil am Rhein
  • Müllheim
  • Lahr
  • Offenburg
  • Schutterwald
  • Kehl
  • Gammertingen
  • Dörzbach
  • Lauda-Königshofen

Nicht betroffen sind diesmal die Bus-Standorte

  • Endingen
  • Emmendingen
  • Wiesloch
  • Sinsheim

Keine streikbedingten Auswirkungen ergeben sich außerdem auf den Zugverkehr.

In den betroffenen Verkehrsgebieten ist mit erheblichen Fahrtausfällen im SWEG-Busverkehr zu rechnen. Auch der Schulbusverkehr der SWEG wird dort voraussichtlich ausfallen. Zu Einschränkungen könnte es beim Schienenersatzverkehr auf der Zollern-Alb-Bahn 2 zwischen Gammertingen und Sigmaringen kommen. Eine Ersatzbeförderung für die Fahrgäste ist leider nicht möglich. Die SWEG bittet betroffene Fahrgäste daher, auf andere Verkehrsunternehmen und Verkehrsmittel auszuweichen oder den Fahrtwunsch zu verschieben.

Zu beachten ist, dass die Busfahrplanauskünfte auf Websites und Apps sowie die digitalen Fahrgastinformationsanzeiger an den Bushaltestellen nicht immer stimmig sind, da sich die für die Pflege von Fahrtausfällen zuständigen Beschäftigten der Busleitstellen unter Umständen ebenfalls am Streik beteiligen.

Nicht betroffen vom Streikaufruf sind die Busverkehre, die von folgenden Tochtergesellschaften erbracht werden:

  • SWEG Bus Schwetzingen GmbH
  • SWEG Bus Rheinmünster GmbH
  • SWEG Bus Pforzheim GmbH
  • SWEG Bus Karlsruhe GmbH
  • SWEG Bus Tübingen GmbH
  • SWEG Bus NVW GmbH

Streikaufruf ist unverhältnismäßig und verantwortungslos

Die aktuellen Warnstreiks stoßen bei der SWEG-Konzerngeschäftsführung auf völliges Unverständnis. „Verdi bringt eine unnötige Schärfe in die laufenden Verhandlungen“, so Konzerngeschäftsführer Dr. Thilo Grabo. Verdi vermengt bei den aktuellen Warnstreiks zwei Dinge. Zum einen geht es um den seit Ende August 2026 abgelaufenen aktuellen Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV), zu dem sich Verdi derzeit in Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Deutsche Eisenbahnen (AGVDE) – also nicht direkt mit der SWEG – befindet. „Die Arbeitgeberseite hat bei der jüngsten Verhandlung am 5. Oktober 2026 ein verbessertes, mehr als verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt und die Streiks sind daher unverhältnismäßig“, so Dr. Grabo. Zum anderen geht es um die Auswirkungen von Ausschreibungen im Busbereich. „Themen wie Betriebsänderungen und -stilllegungen sind regulär eine Angelegenheit zwischen Unternehmen und dem örtlichen Betriebsrat“, erläutert Dr. Grabo. „Dort lassen sich für die Betroffenen die besten Lösungen finden und wir haben bei Betriebsveränderungen bisher immer gute Lösungen mit dem lokalen Betriebsrat gefunden – zuletzt in Wiesloch und Weil am Rhein.“ Verdi will bei den Verhandlungen mit dabei sein und fordert Verhandlungen, die das gesamte Unternehmen betreffen. „Solche unternehmensweiten Verhandlungen lehnen wir aber im Sinne der Beschäftigten und des Unternehmens ab.“

Ebenfalls wichtig zu wissen: Der gegenwärtig von Verdi kritisierte WBO-Tarifvertrag wurde ebenfalls von Verdi ausgehandelt (und zwar mit dem Arbeitgeberverband, dem Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen). Busfahrerinnen und Busfahrer haben aktuell im WBO-Tarif im Hause der SWEG einen Stundenlohn von 22,77 Euro, wenn sie bereits zehn Jahre als Busfahrer tätig sind – das heißt, dass der monatliche Bruttolohn aktuell laut WBO-Tarif im Hause der SWEG bei 3848,13 Euro liegt, wozu noch Zulagen, Zuschläge und Sonderzahlungen hinzukommen. Punktuelle Nachteile existieren für ältere Beschäftigte, diese gleicht die SWEG jedoch als Zeichen der Mitarbeiter-Wertschätzung für ganze drei Jahre aus.

Außerdem: Die von Verdi genannte Zahl von rund 500 betroffenen Beschäftigten entspricht nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Nach aktuellem Stand sind perspektivisch rund 100 Busfahrerinnen und Busfahrer in einzelnen Bestandsbetrieben des SWEG-Konzerns betroffen. Außerdem stehen bei der SWEG Bus GmbH derzeit keine Betriebsstilllegungen an.