Fahrtausfälle im Busverkehr der SWEG am 5. und 6. November 2026 aufgrund von erneutem Verdi-Warnstreik

Betroffen ist der SWEG-Busverkehr in mehreren Regionen Baden-Württembergs – auch der Schulbusverkehr / Keine streikbedingten Ausfälle am 5. und 6. November 2026 an den Standorten Wiesloch, Sinsheim, Dörzbach und Lauda und beim Zugverkehr

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Beschäftigten bei der SWEG Bus GmbH am Donnerstag und Freitag, 5. und 6. November 2026, zu einem erneuten Warnstreik aufgerufen.
Betroffen sind die Bus-Standorte

  • Weil am Rhein,
  • Müllheim
  • Emmendingen
  • Endingen
  • Lahr
  • Offenburg
  • Schutterwald
  • Kehl
  • Gammertingen

In den betroffenen Verkehrsgebieten ist mit erheblichen Fahrtausfällen im Busverkehr der SWEG Bus GmbH zu rechnen. Auch der Schulbusverkehr der SWEG wird dort voraussichtlich ausfallen. Zu Einschränkungen könnte es beim Schienenersatzverkehr auf der Zollern-Alb-Bahn 2 zwischen Gammertingen und Sigmaringen kommen. Eine Ersatzbeförderung für die Fahrgäste ist leider nicht möglich. Die SWEG bittet betroffene Fahrgäste daher, auf andere Verkehrsunter-nehmen und Verkehrsmittel auszuweichen oder den Fahrtwunsch zu verschieben.

Zu beachten ist, dass die Busfahrplanauskünfte auf Websites und Apps sowie die digitalen Fahrgastinformationsanzeiger an den Bushaltestellen nicht immer stimmig sind, da sich die für die Pflege von Fahrtausfällen zuständigen Beschäftigten der Busleitstellen unter Umständen ebenfalls am Streik beteiligen.

Nicht vom Streikaufruf am 5. und 6. November 2026 betroffen sind die Verkehre an den Bus-Standorten Wiesloch, Sinsheim, Dörzbach und Lauda-Königshofen, wo bereits von Montag bis Mittwoch, 2. bis 4. November 2026, zum Streik aufgerufen ist. Nicht betroffen sind ebenfalls die Verkehre der Tochtergesellschaften SWEG Bus Schwetzingen GmbH, SWEG Bus Rheinmünster GmbH, SWEG Bus Pforzheim GmbH, SWEG Bus Karlsruhe GmbH, SWEG Bus Tübingen GmbH und SWEG Bus NVW GmbH und auch nicht der Eisenbahnverkehr.

Streik-Hintergrund 1: Situation bei Neuausschreibungen im Busverkehr

Die anhaltenden Warnstreiks stoßen bei der SWEG-Konzerngeschäftsführung auf völliges Unverständnis. Verdi vermengt bei den aktuellen Warnstreiks zwei Dinge. Zum einen geht es um die Auswirkungen von Ausschreibungen im Busbereich. Themen wie Betriebsänderungen und -stilllegungen gab es bei der SWEG zuletzt an den Standorten in Wiesloch und Weil am Rhein. „In beiden Fällen haben wir mit dem örtlichen Betriebsrat für unsere Beschäftigten sehr gute Lösungen gefunden und diese Themen sind mittlerweile abgeschlossen“, erläutert SWEG-Konzerngeschäftsführer Dr. Thilo Grabo. Die bisherigen betroffenen Mitarbeiter haben alle einen neuen Arbeitsplatz bekommen – entweder beim Neubetreiber oder innerhalb des SWEG-Konzerns. Bei älteren Beschäftigten, die innerhalb des Konzerns bleiben, existieren punktuelle tarifliche Nachteile, diese gleicht die SWEG als Zeichen der Mitarbeiter-Wertschätzung jedoch für ganze drei Jahre aus. Wer kein Angebot annehmen wollte, erhält eine Abfindung. „Für die Betroffenen lassen sich bei Betriebsveränderungen mit dem lokalen Betriebsrat die besten Lösungen finden“, ist Dr. Grabo überzeugt. Verdi will bei den Verhandlungen mit dabei sein und fordert Verhandlungen, die den Konzern betreffen. „Solche konzernweiten Verhandlungen lehnen wir aber im Sinne der Beschäftigten und des Konzerns ab.“
Abgesehen von den Standorten Wiesloch und Weil am Rhein stehen bei der SWEG Bus GmbH derzeit keine Betriebsveränderungen an. Die von Verdi in diesem Zusammenhang genannte Zahl von rund 500 betroffenen Beschäftigten entspricht nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Nach aktuellem Stand sind rund 100 Busfahrerinnen und
Busfahrer in einzelnen Bestandsbetrieben des SWEG-Konzerns betroffen – und das auch nur perspektivisch.

Streik-Hintergrund 2: ETV-Verhandlungen zwischen Verdi und Arbeitgeberverband

Zum anderen geht es um den seit Ende August 2026 abgelaufenen aktuellen Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV), zu dem sich Verdi derzeit in Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Deutsche Eisenbahnen (AGVDE) – also nicht direkt mit der SWEG – befindet. „Die Arbeitgeberseite hat bei der jüngsten Verhandlung am 5. Oktober 2026 ein verbessertes, mehr als verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt und die Streiks sind daher unverhältnismäßig“, so Dr. Grabo. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Verdi und AGVDE ist für Montag, 16. November 2026, angesetzt.