Fahrtausfälle im SWEG-Busverkehr vom 2. bis 4. November 2026 in den Bereichen Wiesloch/Walldorf und Sinsheim sowie teilweise Dörzbach und Lauda-Königshofen aufgrund von erneutem Verdi-Warnstreik

Keine streikbedingten Ausfälle bei allen anderen SWEG-Verkehren / SWEG bewertet Streikaufruf als unverhältnismäßig

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Beschäftigten bei der SWEG Bus GmbH von Montag bis einschließlich Mittwoch, 2. bis 4. November 2026, an den Standorten Wiesloch und Sinsheim sowie am Montag und Dienstag, 2. und 3. November 2026, an den Standorten Dörzbach und Lauda-Königshofen zu einem erneuten Warnstreik aufgerufen. In den Verkehrsgebieten im Rhein-Neckar-Kreis und Landkreis Heilbronn (2. bis 4. November) und im Main-Tauber-Kreis und Hohenlohekreis (2. und 3. November) ist mit erheblichen Fahrtausfällen im Busverkehr der SWEG Bus GmbH zu rechnen. Auch der Schulbusverkehr der SWEG wird dort voraussichtlich ausfallen. Eine Ersatzbeförderung für die Fahrgäste ist leider nicht möglich. Die SWEG bittet betroffene Fahrgäste daher, auf andere Verkehrsunternehmen und Verkehrsmittel auszuweichen oder den Fahrtwunsch zu verschieben.

Zu beachten ist, dass die Busfahrplanauskünfte auf Websites und Apps sowie die digitalen Fahrgastinformationsanzeiger an den Bushaltestellen nicht immer stimmig sind, da sich die für die Pflege von Fahrtausfällen zuständigen Beschäftigten der Busleitstellen unter Umständen ebenfalls am Streik beteiligen.

Nicht vom Streikaufruf betroffen sind Verkehre in allen anderen Regionen der SWEG Bus GmbH sowie die Verkehre der Tochtergesellschaften SWEG Bus Schwetzingen GmbH, SWEG Bus Rheinmünster GmbH, SWEG Bus Pforzheim GmbH, SWEG Bus Karlsruhe GmbH, SWEG Bus Tübingen GmbH und SWEG Bus NVW GmbH und auch nicht der Eisenbahnverkehr.

Streik-Hintergrund 1: Situation bei Neuausschreibungen im Busverkehr

Die anhaltenden Warnstreiks stoßen bei der SWEG-Konzerngeschäftsführung auf völliges Unverständnis. Verdi vermengt bei den aktuellen Warnstreiks zwei Dinge. Zum einen geht es um die Auswirkungen von Ausschreibungen im Busbereich. Themen wie Betriebsänderungen und -stilllegungen gab es bei der SWEG zuletzt an den Standorten in Wiesloch und Weil am Rhein. „In beiden Fällen haben wir mit dem örtlichen Betriebsrat für unsere Beschäftigten sehr gute Lösungen gefunden und diese Themen sind mittlerweile abgeschlossen“, erläutert SWEG-Konzerngeschäftsführer Dr. Thilo Grabo. Die bisherigen betroffenen Mitarbeiter haben alle einen neuen Arbeitsplatz bekommen – entweder beim Neubetreiber oder innerhalb des SWEG-Konzerns. Bei älteren Beschäftigten, die innerhalb des Konzerns bleiben, existieren punktuelle tarifliche Nachteile, diese gleicht die SWEG als Zeichen der Mitarbeiter-Wertschätzung jedoch für ganze drei Jahre aus. Wer kein Angebot annehmen wollte, erhält eine Abfindung. „Für die Betroffenen lassen sich bei Betriebsveränderungen mit dem lokalen Betriebsrat die besten Lösungen finden“, ist Dr. Grabo überzeugt. Verdi will bei den Verhandlungen mit dabei sein und fordert Verhandlungen, die den Konzern betreffen. „Solche konzernweiten Verhandlungen lehnen wir aber im Sinne der Beschäftigten und des Konzerns ab.“
Abgesehen von den Standorten Wiesloch und Weil am Rhein stehen bei der SWEG Bus GmbH derzeit keine Betriebsveränderungen an. Die von Verdi in diesem Zusammenhang genannte Zahl von rund 500 betroffenen Beschäftigten entspricht nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Nach aktuellem Stand sind rund 100 Busfahrerinnen und Busfahrer in einzelnen Bestandsbetrieben des SWEG-Konzerns betroffen – und das auch nur perspektivisch.

Streik-Hintergrund 2: ETV-Verhandlungen zwischen Verdi und Arbeitgeberverband

Zum anderen geht es um den seit Ende August 2026 abgelaufenen aktuellen Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV), zu dem sich Verdi derzeit in Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Deutsche Eisenbahnen (AGVDE) – also nicht direkt mit der SWEG – befindet. „Die Arbeitgeberseite hat bei der jüngsten Verhandlung am 5. Oktober 2026 ein verbessertes, mehr als verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt und die Streiks sind daher unverhältnismäßig“, so Dr. Grabo. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Verdi und AGVDE ist für Montag, 16. November 2026, angesetzt.